In 3 Monaten wirst du nicht wiederzuerkennen sein – was ein Ziel bewirken kann
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"In 3 Monaten wirst du nicht wiederzuerkennen sein" - Das hatte ich irgendwo aufgeschnappt. Wo irgendwo, ziemlich genau eine Pilates App war, die mich auf Instagram dauernd bombardiert. Jedenfalls hatte ich den Fragebogen ausgefüllt und mir anschließend ein 4-Wochen Programm gekauft. Mal sehen, wie so was ist. Ich biete ja schließlich auch Online Kurse an, da ist es gut zu schauen, wie andere das machen. ☺️ Statt 3 Monate einfach mal 4 Wochen.
Was in diesen vier Wochen noch so auf meinem Plan steht und wie das ganze in der Realität aussieht, das erzähle ich dir in diesem Blogartikel. Du wirst sehen, wie es auch in meinem Leben Widerstände gibt, die mich davon abhalten wollen "gesund zu leben". Du wirst sehen, wie schwierig es auch für mich manchmal sein kann, mich genug zu bewegen. Genau deshalb teile ich das mit dir. Um dir Mut zu machen.
Tag 0 - Die Entscheidung etwas zu verändern
Der Moment an dem ich mich entschieden habe, etwas zu verändern. Mein gesundes Leben wieder anders zu gestalten. Neben der Pilates App, jeden Tag 20 min spazieren gehen. Nicht diskutiertbar. Egal welches Wetter oder wie viel Lust oder Zeit ich habe. Beim Klingeln des Weckers gleich aufzustehen. Mir am Vorabend drei Prioritäten für den nächsten Tag festzulegen und mir den Tag in Gedanken auszumalen. Januar eben. 😉
Tag 1 - Die Challenge beginnt
Da lief ich nun die Treppen hoch. Ging sie vielmehr. Manchmal normal, manchmal zwei Stufen auf einmal. Nicht weil ich abnehmen wollte, sondern
meinen Stoffwechsel in Schwung bringen wollte
mehr Führung wollte in meinem Leben
den Beckenboden und die Muskeln stärken
der Faulheit nicht unterliegen wollte und 20 min zu brauchen bis ich aufstand.
Wecker ab, Beine hoch - war mein Vorsatz und nicht snooze mindestens zwei Mal drücken und erst dann aufstehen. Ich gebe zu, ich liebe mein kuscheliges Bett, das genau am Morgen vor dem Aufstehen die richtige Temperatur hat und oft Klammarme besitzt. Aber ich bin stärker. Ich befreite mich von den Klammarmen. Hatte mir am Abend zuvor genauestens ausgemalt wie es sein würde: aufstehen, Sport-BH anziehen, Jacke, Schal und Mütze, Schuhe überstülpen und ab an die frische Luft: Treppen rauf und runter, zehn Minuten. Mit Timer. Dann ist mir aufgefallen, dass die Treppen dreckig sind. Beim Kehren dachte ich mir, was für ein gutes Gefühl es ist, schon in den ersten 10 min des Tages etwas erledigt zu haben.
Tag 1. Plan war, noch 10 min Pilates zu üben. Aber dann sah ich auf die Uhr und wusste es war Zeit die italienischen Vokabeln mit meinem Kleinen zu wiederholen. Vielleicht morgen Pilates. Oder später. Vielleicht stehe ich ja morgen noch früher auf. Obwohl ich heute Abend später ins Bett komme. Aber bevor meine Gedanken sich verselbstständigten, weckte ich den Kleinen und stellte Teewasser auf. Ein Schritt nach dem anderen. Atmen. Und erstmal stolz auf mich sein, dass ich nach dem Wecker sofort aufgestanden bin.
Montag, ich komme!
Pilates hab ich dann am Nachmittag eingebaut. Einfach so, inmitten der Kinder, 20 min. Erster Eindruck: Es wird immer nur ein Tag freigeschaltet.
Eine Person - oder vielmehr eine athletische, dünne Frau - wird sie echt sein oder KI? - macht die Übungen vor, eine Stimme redet dazu. Bei der Stimme bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich um KI handelt. Ich mache mit. Den Timer unten finde ich gut, so weiß ich bei jeder Übung wie viel noch fehlt, wie viel ich allgemein vom Workout schon gemacht habe und wie lange es noch dauert. Die Menge an Übungen war genau richtig.
Tag 2 (Dienstag) - Alltag, Müdigkeit und trotzdem Bewegung
Ich spüre ein Ziehen in den Oberschenkel. Au. Und irgendwie auch gut. Ein gutes Zeichen dafür, dass ich etwas gemacht habe. Nur blöd, dass ich heute Früh nicht aus dem Bett gekommen bin. Gestern Abend wurde es einfach zu spät. Ich glaube ich bin um 23.30 Uhr erst eingeschlafen… da habe ich mir die 30 min länger schlafen irgendwie verdient. Oder ist es nur meine Argumentation gegen mein schlechtes Gewissen. Egal.
Jedenfalls, jetzt ist es 6:30 Uhr und ich bin eingespannt mit Frühstück herrichten, Brotboxen, Kinder schulfertig machen.
Um 7:20, wenn alle aus dem Haus sind, nervt es mich, dass ich nicht aufgestanden bin. Irgendwie schade.
Um 7:30 treffe ich mich mit meiner Yogalehrerkollegin zu unserem Online Yoga. 30 min, dann hab ich zu tun, ich muss noch alles für den Kochworkshop Hirse herrichten. ☺️ Ich weiß, die Pilates Übungen von Tag 2 warten auf mich. Aber ich komm noch nicht dazu. Mittagessen kocht sich während es Kochworkshops, dann kommen wieder alle nach Hause, Mittagessen. Der Kleine muss lesen üben. Also erledigen wir das gleich. Dann folgt Hausaufgabenhilfe und die Teller vom Mittagstisch sind auch noch nicht abgeräumt. - Wie toll wären doch Heinzelmännchen!
Die Sonne neigt schon dazu hinter dem Berg zu verschwinden, dabei hatte ich mir fest vorgenommen mind. 20 min jeden Tag spazieren zu gehen. Den Wäscheberg ignoriere ich. Vorerst. Wohlwissend, dass ich bald keine Ausreden mehr habe. Laundry today, or naked tomorrow. Tomorrow laundry entscheide ich mich. Mir fällt ein, ich muss noch unbedingt eine Email schreiben Dann atme ich auf.
Das Notwendigste ich erledigt, es klingelt an der Tür. Ich wollte eh gerade nach draußen gehen. Ich ignoriere den Schuhberg am Eingang, ziehe meine an und stülpe mir die Jacke über. Mütze auf den Kopf und ab nach draußen. Ah, die frische Luft tut gut. Die Kinder spielen im Garten - wer geht mit spazieren? 2 von 3 kommen mit - sie führen ihr ferngesteuertes Auto aus. 😉 Es ist schon nach 16 Uhr - die Sonne ist weg. Aber macht nichts. Ich nehme die kalte Luft wahr. Die Wolkenformationen, die Ruhe. Das Loslassen auch der Anspannung, dass gestern etwas mit der Technik nicht geklappt hat und ich nicht weiß wieso. Egal. Die Kinder wollen weitergehen, aber ich muss zurück - um 18 Uhr beginnt meine Yogastunde.
Pilates? Na ja, sagen wir mal im Anschluss. Ich bin müde. Am liebsten würde ich mich aufs Sofa liegen und nichts tun. Aber mein Kurs wartet. Da gibt’s keine Ausreden. 😉 Ich ziehe mich um und entschließe mich für’s Fahrrad - zu Fuß bin ich zu spät dran und heute war ich ja schon auf den Beinen. 20 min - was dann 50 waren - erledigt. Check! 👍🏻✅
Die Yogastunde wird gut, danach fühle ich mich richtig aufgebaut. ☺️ Ich komme nach Hause und weiß: jetzt oder nie. Ich entscheide mich für jetzt: Handy auf den Teppich im Wohnzimmer und auf zu Tag 2 der Pilates Challenge. Geht schon. Etwas penetrant empfinde ich die Computerstimme mit der Zeit. Irgendwie leblos. Aber ich mach tapfer mit. Mein Mann schaut vom Sofa aus zu. Ich wundere mich bei einigen Übungen, wie wenig Muskelkraft ich habe, trotz des ganzen Yoga. Werden schon andere Muskeln sein. Jedenfalls hake ich die 20 min ab und bin zufrieden.
Ich freue mich auf’s Bett und das Lesen - nach 40 min schaffe ich es, vorher bin ich von Bett zu Bett gepilgert, weil ich gebraucht wurde. ❤️ Und ich bin dankbar dafür, dass ich den Abend frei habe. Eine halbe Stunde lesen schaut noch raus. 😉 Um 21:30 Uhr fallen mir die Augen zu und ich weiß: um 5:20 läutet der Wecker - denn morgen ist Mittwoch und Zeit für das Online Early Morning Yoga. Ich kuschle mich ins Bett und schlafe ein.
Tag 3 (Mittwoch) - Aufstehen, als Akt der inneren Führung
Lust habe ich keine, aber ich muss aufstehen. Das erste Mal bin ich um 4:40 aufgewacht, aus unbewusster Angst zu verschlafen. Den Wecker habe ich erwartet - und trotzdem muss ich mir einen Ruck geben aufzustehen. Die Yogahose habe ich schon neben das Bett gelegt - ich schlüpfe rein, geh’ kurz ins Bad und dann mach ich mir einen Tee. Wie schön diese Ruhemomente sind, wenn der Tag beginnt. Zum Glück bin ich aufgestanden. Zum Glück hab’ ich dieses Early Morning Yoga ins Leben gerufen. ❤️ Dafür bin ich mir selbst dankbar.
Der Gedanke beim Yoga heute:
Unsere Arme und unsere Beine als Werkzeuge in der Welt zu wirken. Ein Zentrum in sich selbst - eine gleichzeitige Wahrnehmung des Raumes im Außen und die Möglichkeit, das Außen zu gestalten bzw. darauf einzuwirken.
„Die individuelle Entwicklung und die Förderung der außenstehenden Wirklichkeit in konstruktiver Weise hängen zusammen.“ (Heinz Grill)
Den Gedanken, den wir mit in den Tag nehmen: Wie kann ich auf die Umgebung konstruktiv wirken?
6:30 - es fühlt sich gut an so früh schon aktiv gewesen zu sein. Ich gehe zum Famlienfrühstückstisch. Heute hat mein Mann übernommen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Um 7:30 wartet das Yoga mit meiner Yogalehrerkollegin auf mich. Lust 0. Es schneit draußen und ist nebelig und dunkel. Es wäre ein richtiger Tag auf dem Sofa zu liegen oder wieder ins Bett zu gehen. 😉 Aber irgendwie wäre das schade ermahne ich mich. Es nützt nichts. Um 7:30 schickt mir meine Yogalehrerkollegin ein Foto - ihr Yogaraum hat einen Wasserschaden, sie muss erstmal wischen. Irgendwie hatte ich es mir ja gewünscht - nicht den Wasserschaden meine ich, sondern dass unsere Yogaeinheit ausfällt. 😅 Na gut, dann gönne ich mir jetzt eine Moment Sofa und nach draußen schauen.
Die Schule ruft an, ein Kind hat Kopfschmerzen. Ok, ich hol’s ab und das war’s dann mit meinen Vormittagsplänen. Oder doch nicht? Ich nutze den Schulweg und gehe zu Fuß hin. Denke mir währenddessen: Siehst du Sissy, jetzt kannst du im Schnee spazieren, wie schön ist das denn? Sogleich bin ich dankbar dafür. 20 min spazieren für heute erledigt. Check. ✅
Wenn ich ans Pilates denke, spüre ich meine Muskeln, die sich mehr nach einer Massage sehnen als nach Übungen. Egal. Jetzt mache ich sie nicht. Vielleicht wieder am Abend. Aber ich mache sie, das habe ich mich schon entschieden.
Es ist 20 Uhr. In der Küche stehen noch die Teller vom Abendessen. Und die Waschmaschine ist noch voll und wartet darauf ausgeleert zu werden. Egal. ich entscheide mich für die Übungen. Jetzt oder nie. Wenn ich zuerst alles erledige, dann weiß ich, dass ich danach zu müde bin. That's it. Und wie Nike so schön sagt: Just do it. ☺️
Tag 4 (Donnerstag) - Wenn der Wecker klingelt – und der innere Dialog beginnt
Kennst du das, wenn du im Bett mit dir selbst verhandelst? Noch 5 Minuten. Du hast es verdient länger zu schlafen, schließlich musstest du die Nacht einmal aufstehen. Du hast schlecht geträumt. Abends zu viel gegessen. Die 10 Minuten mehr, was macht das schon. So wichtig ist das Treppensteigen nun auch wieder nicht. I know. Wäre da nicht die Kraft der Entscheidung - die alles auslöscht, augenblicklich.
Eine Entscheidung bekommt in dem Moment eine Kraft, wenn du aufhörst sie in Frage zu stellen.
Und die Hirse musste fertig gekocht sein, bevor alle wach waren. Das war der nächste Gedanke in meinem Kopf. Zum Frühstück gab's nämlich Porridge (für die Kinder, ich frühstücke lieber Salziges).
Wie schnell die ersten 10 Minuten eines Tages vergehen. Toilette, Hirse aufstellen, Zitronensaft trinken, nochmals Toilette. 10 Minuten um. Aber ich habe beschlossen, mich davon nicht stressen zu lassen.
Ich habe Zeit - ist mein neues Mantra. Früher hatte ich das Gefühl, nie Zeit zu haben, ständig allem hinterherzulaufen. Mehr zu tun zu haben, als jemals in meinen Tag oder meine Woche passt. Tja. Heute ist es anders. Heute fühlt sich oft ein normaler Schul- und Arbeitstag wie Urlaub an. Nicht weil ich nichts zu tun habe oder die Aufgaben weniger geworden sind - sondern einfach nur, weil sich meine Einstellung zu den Dingen verändert hat. Ich habe immer noch viel zu tun. Aber es fühlt sich oft - ich würde lügen, wenn ich immer sagen würde - nicht so an. Ich erledige meine Aufgaben entspannt. Wie es dazu gekommen ist?
Diese Themen, die mich bewegen, bringe ich in den Club und baue sie ein. Frage mich, was eine Lösung sein könnte. Arbeite daran. Es hilft. Ich habe einen Rhythmus gefunden, der mich trägt. Dieser Rhythmus ist nicht von irgendwoher eingetrudelt, sondern den habe ich gemeinsam mit den andere Teilnehmerinnen des Clubs erarbeitet. Wenig Zeit, viel Druck, nicht genug tun. Das sind alles Stressfaktoren, denen ich immer wieder bei den Menschen, die mit mir arbeiten, begegne. Es sind Stressfaktoren, die bewegen. Gesund leben UND wohlfühlen bedeutet auch, diese zu verändern. Bewusst in eine neue Richtung zu führen. Neu aufzuatmen. Loszulassen und zu LEBEN.
Nach 5 Minuten Treppensteigen begann es schwer zu werden. Nicht weil es sonderlich anstrengend war, sondern weil ich es schlicht und einfach Leid war. Und bildete ich es mir ein oder schmerzte mein rechtes Knie? Egal. Ich ging weiter. Dachte an den Traum von letzter Nacht. Nach 7,5 Minuten begann mir warm zu werden. Meine Wangen röteten sich. Ich öffnete meine Jacke. Fühlte sich gut an. 25 Sekunden brauchte ich ein Mal Treppen hoch und runter. Dann fehlten noch 1,5 Minuten. Ich wusste, drei Mal, dann hatte ich es geschafft. Wohooo!!
Zurück zur Hirse und Frühstück vorbereiten - der Tag kann beginnen!!
Im Bild hier siehst du unser Hirseporridge - mit tiefgekühlten Erdbeeren, die wir im Sommer als kleine Leckerbissen für den Winter einfrieren.
Pilates? Am Vormittag mal nicht. Nachmittags habe ich wieder Yoga. Vielleicht wieder am Abend. Mal sehen.
Die Pilates App ist heute Abend ausgeblieben. Zwischen Abendessen und Kinderbetreuung (mein Mann war nicht zu Hause) ist es 21 Uhr geworden. Und doch habe ich mich dann einfach auf den Teppich im Wohnzimmer gelegt. "Meine" Übungen aus der Erinnerung gemacht - ich habe an der Uni Pilates Kurse besucht und damals sogar an eine Ausbildung zur Pilateslehrerin gedacht. "Meine" Übungen um 21 Uhr waren kein Schnickschack, nur effizient. Nicht 20 Minuten, aber sicher 5. Vielleicht auch 10. Auf die Uhr geschaut habe ich nicht. Aber das macht nichts.
Ich war stolz auf mich, überhaupt noch Übungen gemacht zu haben - und das war ein gutes Gefühl.
Und genau darum geht es:
Be nice to yourself. Bleib wohlwollend dir selbst gegenüber.
Tag 5 (Freitag) - Der Unterschied zwischen Pilates und Yoga
Üben mit Vorstellung statt mit Willenskraft
„Der Unterschied zwischen Pilates und Yoga zeigt sich nicht nur in den Übungen selbst, sondern auch in der Art, wie mit Widerständen umgegangen wird - und wie der Körper geführt wird.“ Das wurde mir heute klar.
Heute war ich vor dem Wecker wach. Yeah. Wie cool ist das denn? Dann hatte mein Bett Klammarme. Diesmal echte. Sie gehörten meinem Mann. Wir machten einen Deal: Ich bleibe noch 10 Minuten im Bett, er übernimmt das Frühstück.
Irgendwie ging danach alles drunter und drüber. Die Kinder waren nach einer Minute wach, nachdem ich aufgestanden war. Die Ruhe fehlte. Die Ruhe, die ich gestern so genossen hatte. Egal. Zitronensaft trinken und Verantwortung übergeben (an meinen Mann).
"Ich bin dann mal weg." Auch wenn es nur vor der Haustür ist. 10 Minuten ohne mich schafft ihr. Gesagt, getan. Nach dem Treppensteigen habe ich mir gedacht: Ich könnte die Pilates Übungen auch gleich dranhängen. Vor allen, im Wohnzimmer, um mich herum das Übliche vor Schulbeginn. Mein Kleinster hat kurz mitgemacht, mich gefragt, warum ich immer Yoga mache. Dabei war es gar nicht Yoga, sondern Pilates. Warum mir das wichtig ist zu betonen? Weil ein großer Unterschied darin besteht:
Pilates ist auf den Körper bezogen. Die Übungen gehen vom Körper aus. X mal das Bein heben. Absenken, wieder heben... usw. Es geht um Leistung, Durchhalten und Muskelkraft. Richtig mühsam kann das ganze werden. Mein Po hat gebrannt und ich musste die Seite wechseln, obwohl die Frau in der App - war sie echt oder Fake? Diese Frage stellte ich mir auch heute - die Übungen locker schaffte.
Auch das Yoga kann mühsam werden. Wir liegen keinesfalls auf der Matte und meditieren die ganze Zeit. Und doch ist es anders:
Das Yoga nach dem Neuen Yogawillen geht von einem Gedanken aus. Jede āsana ist ein Ausdruck davon. Klar ist der Körper auch da. Der Körper formt sozusagen den Gedanken. Das Interessante dabei ist, dass auch hier Widerstände da sind. Der Körper zieht, spannt oder man möchte nicht mehr. Dann macht man nicht einfach weiter - wie das oft beim Sport der Fall ist - sondern nimmt diese Widerstände wahr. "Ah, da zieht's", "Ah, ich denke jetzt, dass ich die Übung gerne beenden möchte..." - und FÜHRT sich dann.
Die Führung beginnt damit, dass man sich einer Vorstellung hinwendet. Nehmen wir die Taube (eine āsana, kapotāsana):
Im Taubensitz drückt sich ein Kreuz aus - eine Begegnung der horizontalen mit einer vertikalen Dimension. Während die Beine kontrahieren, zusammenziehen, sammeln und ruhen, werden sie auch losgelassen, gleiten aus und fließen. Das ist ein Bild, das gedacht und vorgestellt werden kann. Mit etwas Übung arbeitet dann das Bewusstsein AM Körper und formt ihn. Es ist nicht IM Körper gefangen. Die Übung wird freier und erstaunlicherweise auch oft leichter. Durch diese Ansatz werden feine Lebenskräfte frei, die Verhärtungen auflösen können. Der Körper wird tatsächlich beweglicher.
Wie du vielleicht bemerkst, ist diese Art āsanas zu üben, eine wunderbare Möglichkeit, das eigene Bewusstsein und somit sich selbst zu führen. Trotz der Widerstände, die da sind, sich immer wieder dem Bild hinzuwenden. Es ist nicht ein Aushalten der Schmerzen, sondern ein Wahrnehmen dieser. Im besten Sinne eine gesunde Grenzüberschreitung. Nicht durch eine reine Willenskraft über einen Punkt zu gehen - da entstehen oft Verletzungen - sondern in einer Wahrnehmung des Körpers und einer gleichzeitigen Führung des Bewusstseins, durch eine Hinwendung zum Gedanken.
Und wie Heinz Grill schreibt:
"Beide Wärmequalitäten, die feinere Ätherwärme wie auch die substantiell greifbare Stoffwechselwärme, erhalten das Gewebe gesund und sollen im rechten Maße für die Gesundheitsvorsorge rhythmisch und regelmäßig zum Einsatz gelangen."
Heinz Grill, Das große Buch der Heilkraft durch Yogaaktivität, S. 230
Ideal ist es also, eine Stoffwechselwärme durch Aktivitäten wie Wandern, Laufen, Gehen - oder Treppensteigen 😉 - freizusetzen UND diese feine Ätherwärme, die wie von außen in den Körper eintritt, anzustreben. "Gedankenbildung führt zu Ätherwärme." (Heinz Grill). Und was ist ein Gedanke? Reserviere gerne deine gratis Probestunde beim Online Early Morning Yoga und finde es selbst heraus.
Helene sagt: "Das Morning Yoga finde ich toll. I gfrei mi immer. Die Gedanken von heute - Aufrichtekraft, präsent sein ... waren ein guter Start in den Tag. Danke"
Schreib mir einfach eine Email und dann sehen wir uns am Mittwoch früh, von 6-6:30 Uhr - eine gute Motivation früher aufzustehen. 😉
Das war also Tag 5. Es war 9 Uhr und ich war schon Treppen gestiegen, hatte meine Pilates Übungen gemacht und mit meiner Yogalehrerkollegin Bianca online āsanas geübt. Zeit, die Waschmaschine einzuschalten. Und dann den PC.
Der Rest vom Tag kann kommen.
Sollte ich am Wochenende Pause machen? Diese Frage stellte ich mir am Abend. Irgendwie kontrovers, wenn man bedenkt, dass man am Wochenende ja eigentlich mehr Zeit hat. Ich habe beschlossen: Ich mach weiter. Keine Pause. Zumindest am Samstag nicht, für Sonntag muss ich mir das noch überlegen.
Tag 6 (Samstag) - Verlieren oder gewinnen?
Was gewann ich überhaupt? Tag 6 - Samstag. Der Wecker klingelte um 5:50 Uhr. Ich schaltete ihn ab. Kein Snooze. Wohlwissend, dass ich gleich aufstand. Fünf bis zehn Minuten im Bett und dieser Gedanke kam auf mich zu:
Gewinnen oder verlieren? Ich wusste, ich musste aufstehen und ihn festhalten, sonst war er weg. Da sitze ich nun in der Küche, das Teewasser brodelt, ich trinke gleich einen Sanddorn Tee. Das ist zur Zeit mein Favorit:
1 EL Sanddorn Saft (von Weleda oder bei DM)
die halbe Tasse voll kaltes und die halbe Tasse heißes Wasser
1 TL Honig
Mmmh. Ohne Honig ist er einfach zu sauer. Hab' ich auch schon versucht.
Was gewann ich eigentlich dabei, dass ich so früh aufstand und mir das Treppensteigen antat? Ich denke, in erster Linie das Glücksgefühl. Und eine gewisse Leichtigkeit. Das Loslassen der Schwere und des Versagens. Dieses Gefühl, das Leben oder den Tag im Griff zu haben.
Proaktiv zu leben. Statt reaktiv.
Und das ist eine wahre Freude. Es hat schon mal Phasen in meinem Leben gegeben, wo ich diese Führung gemeistert hatte. Wecker damals um 5:30 Uhr, sechsmal pro Woche. Zeit für eine Stunde Yoga āsanas und Lesen von spirituellen Texten an vier Tagen die Woche. An den restlichen zwei Tagen traf ich mich um 5:30 Uhr (aufstanden bin ich also etwas früher) mit einem Freund von mir im Park und wir drehten unsere Runden. Um 6:30 Uhr war ich geduscht. Der Tag konnte kommen.
Dann hat es Phasen gegeben, wo es nicht so war. Covid kam. Anfangs stand ich noch auf, doch dann nervte es mich, dass ich nur in den Apfelwiesen um unser Haus herum meine Runde drehen konnte: Ich hörte auf. Und Schritt für Schritt überkam mich damals eine gewisse Schwere. Ich hatte die Führung verloren. Klar stellte ich mir noch den Wecker. Um dann gefühlt jeden Tag erst im letzten Moment aufzustehen. Manchmal nach 50 Minuten, nachdem der Wecker das erste Mal geläutet hatte. Ich stand jeden Tag mit dem Gefühl auf, versagt zu haben. Schon am frühen Morgen. Es war eine Katastrophe.
Heute stelle ich den Wecker anders. Ich frage mich am Abend: Wann stehst du morgen auf, Sissy? Realistisch. Dabei kann es ruhig 5:30 oder 5:50 Uhr sein. Oder auch 7:10. Es spielt keine Rolle wie früh oder spät der Wecker läutet, sondern die zentrale Frage ist:
Was sind meine drei Prioritäten für morgen?
Was möchte ich morgen tun?
Wie möchte ich meinen Tag gestalten?
Dann kommt der Wecker. Je nachdem, was die Antworten auf die Fragen oben waren. Deshalb heute Samstag, Wecker 5:50 Uhr. Ich möchte in aller Ruhe nach dem Aufstehen meine Gedanken ordnen. Mit einer Tasse Sanddorn Tee am Küchentisch sitzen und die Ruhe genießen. Den Tag erleben, wie er anbricht. Die Dunkelheit und Kälte des Winters einatmen beim Treppensteigen. Für den Club noch etwas fertig machen. Im Anschluss für die Kinder da sein und mit ihnen Hausaufgaben machen bzw. lernen. Das sind die Prioritäten.
Auf meiner To do Liste steht noch viel mehr. 😉Und ich werde sicher das ein oder andere dranhängen - ABER - und jetzt kommt der entscheidende Punkt:
Wenn ich meine drei Prioritäten, die ich mir am Abend zuvor sorgfältig zurechtgelegt habe, erreicht habe, habe ich gewonnen.
Ich habe das geschafft, was ich mir vorgenommen habe. Alles was noch dazukommt ist ein zusätzliches Plus. Es spielt keine Rolle, ob auf der To do Liste noch 100 andere Dinge stehen. I am a winner. Ich habe meinen Tag gemeistert. Ich fühle mich stark. Und das ist einfach ein gutes Gefühl. More to come - statt ich schaffe gar nichts.
Der Tag hat immer gleich viel Stunden - aber die Art und Weise, wie du sie erlebst, verändert sich grundlegend durch deine innere Haltung. Und die kann trainiert werden. Genauso wie Treppensteigen, Yoga oder Pilates. Das machen wir im Gesund leben & wohlfühlen Club. Wir gestalten unser gesunde Leben mit allem was dazugehört: gesunde Ernährung, Bewegung und das eigene Denken.
Das Leben ist das, wozu unser Denken es macht.
Marc Aurel
Das sagte Marc Aurel. Und ich stimme ihm zu.
Das Konzept der drei Prioritäten kommt aus dem Buch "The Gap and the Gain" von Dan Sullivan und Benjamin Hardy. Dieses Buch kann ich sehr weiterempfehlen.
Unsere Sichtweise auf die Dinge verändert wie wir sie erleben und wie wir uns fühlen. Oft schaffen wir es nicht alleine, unsere Sichtweise zu verändern. Wir brauchen einen Schubsen von außen. Das ist Coaching. Und dann passiert sowas:
Das Beste: Ich habe gelernt, den Druck rauszunehmen. Es muss nicht perfekt sein, sondern bewusst. Sissy begleitet mit fundiertem Wissen, und einer alltagstauglichen Leichtigkeit – für mich und meine Familie ein echter Gewinn.“
Stefanie Tartarotti zum Gesund leben & wohlfühlen Club
Zehn Minuten Treppensteigen, ich komme!!!
Kam mein Stoffwechsel nun schneller in Schwung oder täuschte ich mich? Dieses angenehme Wärmegefühl - bei 0°C Außentemperatur - breitete sich schon nach fünf Minuten aus (und nicht erst nach 7,5 min). Jedenfalls, das nur mal so am Rande. Ich liebte diese kalte Luft und diese glückliche, wohlig warme Gefühl. Von innen nach außen, wie Heinz Grill es beschreibt.
Während die Gedankenbildung zu der Ätherwärme führt, die von oben und der Peripherie kommend bis in das Zentrum strömt, wirkt im Gegensatz dazu die körperliche Aktivität tendenziell von innen nach außen als Stoffwechselwärme.
Heinz Grill, "Das große Buch der Heilkraft durch Yogaaktivität", S. 230
Das konnte ich erleben.
Samstag Abend. Alles erledigt. Die 20 Minuten spazieren um 21:45 Uhr abends. Mit meinem Mann. ❤️ Und morgen? Morgen mache ich Pause, habe ich beschlossen. Lasse den Tag auf mich zukommen. Vielleicht gehe ich in den Wald, das würde ich gerne tun. Omas besuchen - das hat morgen Priorität. Vielleicht zu Fuß - da wären wir wieder bei den 20 Minuten (zu Fuß gehen) ... 😉
Tag 7 (Sonntag) - Proaktiv oder reaktiv?
8:45 Uhr - so lange bin ich im Bett geblieben. Das erste Mal war ich um 6:30 Uhr wach. Und ich hab es genossen, mich wieder umzudrehen. Die Kinder schlafen noch. Und ich werde jetzt lesen - im Bett, ein Buch.
Proaktiv oder reaktiv? Wie gestaltest du deinen Tag?
"Never start your day, before it's finished on paper."
Jim Rohn
Und auch Heinz Grill spricht davon, wie wichtig ein Tageskonzept ist.
Warum eigentlich? Eines der Grundprinzipien des Neuen Yogawillen ist "von oben nach unten" - d.h. dass von einem Gedanken, einer Vorstellung ausgehend, etwas geschaffen wird. Ob bei den āsanas oder im Leben. Das ist die einzigartige Kraft der Menschen. Tiere können das nicht. Sie leben reaktiv und instinktiv.
Aber proaktiv? Das kann nur der Mensch sein. Es ist das erste Grundprinzip des Buches "Die 7 Wege zur Effektivität" von Stephen R. Covey, wobei ich den englischen Titel "7 habits for highly effective people" besser finde.
Go for it. Finde heraus, was du möchtest und gehen diesen Weg. Das drückt es glaub' ich am einfachsten aus. Es fordert dazu auf, nicht zu warten und zu hoffen, sondern etwas zu tun. Wie Goethe schon sagte:
"Das Geheimnis des Erfolgs hat drei Buchstaben: TUN."
J. W. von Goethe
Im Tun kommt der Mensch aus der Passivität. Ein erfüllendes Tun hat er, wenn er das, was er tut, für ihn Sinn macht. Mit seinen Werten und Lebensprinzipien übereinstimmt. Dann wird das Tun eine wahre Freude und entwickelt sich tagtäglich weiter zur Lebensaufgabe.
Und doch wissen heute viele Menschen nicht was diese "Lebensaufgabe" ist. Sind in einem 0815 Job von 8-5 gefangen. Erkennen den Sinn darin nicht, geschweige denn eine Erfüllung.
Warum?
Die Ablenkungen sind einfach gewaltig. Beginnend bei der Schule, wo das ausführende Prinzip gehuldigt wird. Weiter mit Medien und anzustrebenden Idealen in Film, Serien und Werbung. Der Mensch findet immer schwerer zu seiner eigenen Identität - seinem ICH, das was ihn ausmacht und mit dem er/sie zu dieser Welt beitragen kann.
"Everyone has the perfect gift to give to the world."
R. Buckminster Fuller
Davon bin ich überzeugt. Und auch davon, dass man nicht eines Tages aufwacht und plötzlich eine Eingebung hat. Der Weg entsteht im Gehen.
"Action creates clarity." - sagte Sigrun, einer meiner ersten Business Coaches. Durch das Tun, lernt man sich selbst besser kennen. Wenn man sich einen Moment Pause gönnt und das eigene Leben und Handeln mal kurz überblickt und neu ausrichtet. Sich fragt: Wie möchte ich sein? Was macht mich aus?
Heute ist der 1. Februar. Ein guter Tag rückzublicken auf den letzten Monat und sich neu auszurichten. Du kannst dich fragen:
Was sind meine drei Prioritäten für diesen Monat?
Was möchte ich verwirklichen, sodass ich Ende Februar rundum zufrieden wäre?
Das machen wir morgen (Montag) unter anderem im Onboarding Call im Gesund leben & wohlfühlen Club gemeinsam. Denn um das gesunde Leben zu gestalten, brauchen wir eine Vorstellung, wie es aussehen soll. Eine Richtung, in die wir gehen wollen. Schritt für Schritt.
Mehr Klarheit zu erlangen, neue Sichtweisen zu entdecken, beflügelt zu werden. Das ist Coaching. Und das ist Teil vom Club.
Wir gestalten unser gesundes Leben. Proaktiv.
Probiere gerne einfach einen Monat aus und überzeuge dich selbst. Ich freu mich auf dich! Sissy
P.S Irgendwie konnte ich es nicht lassen, mir doch für den Tag drei Prioritäten festzulegen. Sonntägliche Prioritäten. Das, wofür die die ganze Woche keine Zeit da ist. Neben Omas und Wald diese Schublade mit den Gewürzen aufräumen: Das stand schon seit gefühlt einem Monat auf meiner To do Liste. Ich habe mir nämlich für Zuhause die 0 Toleranz Grenze festgelegt. Du weißt schon, diese Dinge, die einen zu Hause stören und es auch trotzdem geht, nicht mehr zu tolerieren. Weil sie Energie rauben. Weil sie Erleichterung bringen, wenn sie doch erledigt sind.
Das Loch in den Socken flicken - oder die Socken entsorgen.
Nur Unterhosen in der Schublade haben, die man auch gerne anzieht. - Gilt für Kleidung im Allgemeinen.
Den Papierstapel von der Eckbank wegräumen.
Die Dose, die jemand abgestellt hat, verräumen.
...
Fällt dir auch etwas ein? Mein Tipp: Erstelle eine Liste mit all diesen Dingen, die dich stören und die du bisher toleriert hast. Nimm dir einen Monat (oder länger) Zeit und arbeite die Liste systematisch ab. Du wirst sehen, wie dich das beflügelt. ☺️
Tag 8 (Montag) - Dranbleiben, auch wenn das Bett ruft
Aufgestanden bin ich heute sehr leicht. Und trotzdem war ich versucht, wieder zurück ins Bett zu gehen. In dieses warme, kuschelige Bett, das nach mir rief. Kurz wiegte ich ab: Soll ich oder soll ich nicht? Dann habe ich mir vorgestellt, wie ich mich fühlen würde, wenn ich wieder ins Bett ginge. Im ersten Moment gut, klar. Aber dann würde es mich nerven, nicht aufgestanden zu sein. Und deshalb ging ich in die Küche. Stellte Teewasser auf und setzte mich an den Ofen. Das war auch gemütlich und gleichzeitig produktiv.
"Du könntest auch im Bett schreiben." - dass hatte diese Stimme vorher zu mir gesagt. Sollte ich ihr einen Namen geben? Dieser Stimme der Versuchung, der Selbstzweifel, der Gemütlichkeit? Im Moment fiel mir keiner ein. Dafür mein Traum.
Ich war in Lundo an der Freien Hochschule für Spiritualität. Eigentlich hätte ich sollen mit jemandem mitfahren, das hatte ich aber total vergessen. Ich war mit dem Auto da und mein Mann und die Kinder zu Hause hatten jetzt keines. Uff. Wie hatte mir das passieren können? Ich versuchte zu telefonieren, um eine Lösung zu finden. Ob ich eine fand, das weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich am Freitag dorthin fahre und vielleicht bin ich doch ein bisschen aufgeregt, dass zu Hause "alles" ohne mich klappt.
Samstag - Sonntag sind āsana - Trainingstage geplant. Und Montag würde ich einen gewaltigen Muskelkater haben. Das wusste ich jetzt schon. Aber heute war erst Montag. Die Woche stand noch vor mir. Die Woche, in der ich mir vorgenommen habe, mich mit meiner App zu beschäftigen und ein Stoßgebet zum Himmel zu schicken, dass alles gut klappen würde. Wie cool wäre das denn? Gesund leben gestalten - als App auf dem Handy. Gesund leben gestalten - immer in der Tasche. ☺️
"Du könntest dich doch auch auf's Sofa legen.", sagte in dem Moment diese fiese Stimme wieder. Und ich stand auf und machte mir einen Tee. Irgendwie fröstelte es mir. Und jetzt nach draußen... in die Kälte... Brr... Mir würde schon warm werden, machte ich mir Mut. Zehn Minuten sind schnell vorbei. Und dann bist du stolz auf dich.
Anfangs noch Hände in den Jackentaschen. Rauf und runter. Ich bemühte mich durch die Nase zu atmen. Hatte mal gelesen, dass sei gesünder. Ja, ich spürte mein rechtes Knie. Das bildete ich mir definitiv nicht ein. Gut. Dann war das so. Bewegung würde es schmieren. Das Volleyball heute Abend war weniger gut.
Die Jacke zu öffnen - das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Mal sehen. Ich hatte vergessen zu trinken. Bevor die Versuchungsstimme lauter geworden war, war ich einfach nach draußen gegangen.
Und dann... langsam, langsam, wurde mir warm. Wie, zehn Minuten schon um? Das geht gar nicht. Ein paar hänge ich noch dazu. Zeit habe ich ja, ich bin ja um 5:30 Uhr aufgestanden. Thank God.
Apropos Führung und Gestaltung. Gestern war ich 1,5 Stunden im Wald spazieren. Erst aufwärts, dann abwärts. Wunderschön. Die Ruhe, die Bäume, der Wind, die Sonne. Der Duft von Moos und Kiefernnadeln. Das Knistern der Schritte im Schnee. Und vor allem: Ruhe um mich herum.
Tag 9 (Dienstag) - Wie neue Gewohnheiten Teil deiner Identität werden
Je mehr du etwas tust, um so mehr definierst du dich als die Person, die xy macht. Je mehr du Sport treibst, um so mehr definierst du dich als eine Person, die Sport treibt. Je mehr du zu Fuß gehst, um so mehr definierst du dich als eine Person, die zu Fuß geht. Je mehr du dich gesund ernährst, um so mehr definierst du dich als eine Person, die sich gesund ernährt.
Bis du es irgendwann nicht mehr merkst, sondern es Teil von dir ist. Du BIST dann diese sportliche Person (oder die, die zu Fuß geht, etc.).
Dann sind diese erstmals "neuen" Gewohnheiten Teil von dir. Es gilt also erstmal durchhalten, tun, Ausreden entlarven und weitermachen.
Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass es das Beste ist, wenn ich an's Treppensteigen die Pilates Übungen direkt dranhänge. Dann ist das schon mal erledigt und es kann komme was wolle. Das einzige Problem dabei - manchmal geht es nicht. So wie heute zum Beispiel. Der Wecker ging um 5:30 Uhr, genug Zeit eigentlich für Treppensteigen und Pilates. Dann wollte mein Mann mit mir etwas wegen der Kinder besprechen. Frühmorgens in aller Ruhe war eben so ein guter Moment dafür.
Es ist wie eine Messerschneide: Wann sind die Umstände wichtiger und wann sind sie eine Ausrede?
Ich denke, das lässt sich nicht pauschal beantworten. Vielleicht kann es helfen, folgende Frage zu stellen: Was lässt sich nicht aufschieben? Was ist absolut notwendig und dringend, dass es jetzt gemacht wird?
Es ist ein abwägen auf feinster Ebene. In einer Art und Weise, in der man/frau wohlwollend auf sich selbst blickt, aber nicht "zu wohlwollend" und jeder noch so kleine Umstand eine Ausrede ist. 😉
Umstand oder Ausrede? Das ist eine gute Frage.
Ich denke, eine Ausrede lässt sich enttarnen, wenn man sich dei Frage stellt: Ist das jetzt dringend und unaufschiebbar? Ist die Antwort nein, dann ist es eine Ausrede. Und diese wird durch eine klare Entscheidung (s. auch Tag 4) gleich aus dem Weg geräumt. Ist die Antwort ja, dann braucht es eine gewisse Flexibilität: Ok, jetzt geht das, was ich eigentlich tun wollte, nicht. Wann könnte es heute gehen? Wie muss ich mich organisieren? Was kann ich verschieben? Wenn kann ich um Unterstützung bitten?
Du bist kooperativ mit dir. Du arbeitest mit dir zusammen. Um eine Lösung zu finden. Und in 99% der Fälle findet man sie auch. Vielleicht musst du mit Prioritäten jonglieren. Zeitpläne umstellen, die Gewohnheiten brechen.
Schlussendlich zählt die Frage: Was ist mir wichtig? Und wie schaffe ich es, dass es Platz hat in meinem Leben? Ohne mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern in einem Gleichgewicht mit der Welt, die mich umgibt.
Da fällt mir die balancierende Kopf-Kniestellung ein, eine āsana, die genau das ausdrückt und wo dieses Prinzip am Körper erprobt werden kann.
Und jetzt muss ich Mathe üben. Geometrie, um genauer zu sein. Ich liebe sie, so logisch und klar, wie sie ist. Meine Tochter zur Zeit weniger. 😉 Bis ich ihr die Schönheit und Logik und Klarheit vermitteln konnte. Dann meinte sie: "Mathe ist wie ein Spiel." Ganz genau. Meine Meinung.
Tag 10 (Mittwoch) - Selbstwert im Alltag: Warum es nicht darum geht, alles zu schaffen
Hatte ich heute wirklich noch gar nichts gemacht? Ah nein, Early morning Yoga heute um 6 Uhr. Dann Kuchen gebacken für meine Oma, die wird heute 94. Wäsche verräumt, dann gewaschen, aufgehängt, gewaschen, aufgehängt, gewaschen... so lange bis die Wäscheständer (Anmerkung Plural) voll waren. Mich um die Hausaufgaben meines mittleren Kindes gekümmert, das immer noch zu Hause ist, die Kaninchen gefüttert, die Wohnung aufgeräumt, Mittagessen gekocht, zwischendurch meine Emails gecheckt und vor allem:
Diesen Druck ausgehalten, dass ich eigentlich ganz etwas vorgehabt hätte - nämlich diesen Blogartikel schreiben, die Inhalte für den Gesund leben & wohlfühlen Club für nächste Woche vorbereiten, die Email-Automation für's Kochevent "Hirse so kochen, dass sie schmeckt" anpassen - das ja eigentlich schon vor einer Woche stattgefunden hatte, usw.
Nothing. Na ja fast. Ich schreibe zumindest hier weiter. „Nothing“ hatte nichts mit der Realität zu tun, sondern mit dem inneren Maßstab, den ich gerade anlegte.
Treppensteigen, Pilates, spazieren. Das steht heute noch an. Und Geburtstagsfeier. 94 Jahre. So ein hohes Alter. Das Geheimnis meiner Oma?
Rhythmus.
Ich denke, das ist das Wort, das sie verkörpert. Sie ist jeden Tag um 5 Uhr aufgestanden (bis vor wenigen Jahren, jetzt schläft sie bis 6:30 Uhr). Dann hat sie geturnt. Sie ist 94 und kommt immer noch mit den Händen vornüber gebeugt zum Boden. Eingecremt, Kaffee gekocht, gefrühstückt (Joghurt mit Haferflocken). Ihre Arbeit erledigt - wie Haushalt und kochen. In alldem ein fester Zeitplan. Freitag war Wischtag, das wusste ich schon als Kind. Da "durfte" ich sie am Nachmittag nicht besuchen gehen, weil sie die Wohnung wischte. Und Badetag war und ist der Freitag auch. Zeit für sich - würden wir heute sagen. ☺️
Langer Rede, kurzer Sinn: Rhythmus trägt. Er verschont einen vor der Frage: Schaffe ich alle Arbeiten, die notwendig sind? Was mache ich als nächstes?
Ein Rhythmus entsteht durch eine Überlegung: Was möchte ich? Und wie kann ich es so organisieren, dass ich meine Woche gestalte, ohne dass ich das Gefühl habe, meinen Terminkalender zu überhäufen? Ohne dass ich das Gefühl habe, ich sollte eigentlich mehr tun?
It's a skill worth mastering.
Bin ich darin perfekt? Nope. I am on my way. Mal geht's besser, mal weniger. Ich habe eine klare Vorstellung von meinem Tag und meiner Woche, lege für jeden Tag drei Prioritäten fest, lebe aber mit drei Kindern in einem turbulenten Umfeld, wo allerlei unvorhergesehenes passieren kann. Da gilt es oft, offen sein, beobachten, überlegen, neu gestalten.
Und auch mal akzeptieren, dass es nicht so geht, wie geplant. Dass es anderes kommen darf und das es auch besser sein kann, als geplant. Ich denke dabei ist es wichtig, dass nicht der Plan "führt", sondern man immer noch selbst am Steuer ist. Der Plan soll mich unterstützen und nicht stressen.
Er darf eine Hilfe sein, alles im Blick zu haben und nicht eine Erinnerung an all das, was ich "nicht schaffe". 😉
Meine Oma lebte in einer Zeit, wo mein Vater allein in den Kindergarten gegangen ist. Niemand hat ihn begleitet. Die Nachmittage der Kinder waren mit Spielen gefüllt, sich treffen unter Nachbarskindern, herumstreunen, entdecken - abends kam das Kind einfach nach Hause. Heute sind wir Mütter ein Taxi- und Organisationsunternehmen. Wie gut, dass wir uns gegenseitig dabei unterstützen und helfen.
Aktivitäten geben auch einen Rhythmus vor - sie unterteilen und strukturieren die Woche. Gerade mit Kindern können wir uns da oft fragen: Wie kann ich meine Aktivitäten mit denen der Kinder kombinieren? So gehe ich manchmal spazieren, während mein Sohnemann beim Hockey oder Fußball ist.
Oft fühlt es sich an wie ein Zahnrad, an dem nicht gerüttelt werden kann, sonst wird alles aus der Bahn geworfen. Wenn ich dieses Gefühl habe, dann weiß ich, es ist allerhöchste Zeit für eine Pause. Dann sehe und erlebe ich den Alltag wieder mit neuen Augen. Und oft ist das einfach in die Natur gehen, in die Stille und in den Wald.
Eine Frage, die dem ganzen oft zu Grunde liegt, ist folgende:
Bin ich gut genug (wenn ich nicht alles schaffe, das ich glaube, notwendig ist zu schaffen)?
Bewerte ich mich? Diese Frage habe ich mir gestellt, weil meine drei Kinder gestern ihr Schulzeugnis bekommen haben.
Ist gut, gut genug?
Bedeutet eine 7, dass ich nicht gut genug für eine 10 bin? Dem angemerkt sei: In Südtirol haben wir ein umgekehrtes Notensystem wie in Deutschland, 10 ist die beste Note, 5 ist negativ, theoretisch geht es bis 1, die meisten Lehrer hören bei 4 auf.
Im Grunde drücken Noten einfach nur aus, wie gut oder schlecht ein Stoff beherrscht wird. Wie viel ich geübt habe, wie gut ich etwas kann. Sie dürften keinerlei Einfluss auf den Selbstwert haben.
Bin ich gut genug?
Und doch plagen sich viele Erwachsene mit dieser Frage herum. Tatsächlich schreibt Louise L. Hay in ihrem Buch "Gesundheit für Körper und Seele" (S. 27 und folgende), dass sie der Meinung ist, dass die allermeisten Krankheiten aus einem Mangel an Selbstliebe entstehen.
Ich bin der Meinung, dass Noten im Kindesalter hier sehr wohl eine Rolle spielen. Es ist wie ein Messen an einem Maßstab, bin ich gut genug? Reicht meine Leistung?
Wir lernen dabei, uns ständig an äußeren Faktoren zu messen und zu vergleichen. Als Erwachsener ist es vielleicht das Auto, das wir fahren, wie viel Geld wir verdienen oder welche Kleidung wir tragen. Statussymbole mit denen wir ausdrücken wollen, gut genug zu sein.
Oder vielleicht drückt sich die Suche nach Anerkennung durch eine besondere (aufopfernde) Hilfsbereitschaft aus? Ich bin nur gut genug, wenn ich es anderen Recht mache?
Auch hier gilt: Selbstkritik ist fehl am Platz, aber hinschauen - ja den Mut zu haben, den Tatsachen und Verhaltensmustern ins Auge zu sehen, das ist ideal.
Warum? Um frei zu werden von diesem Druck, ständig und immer jemandem oder etwas entsprechen zu müssen. Und wenn es ist, alle Aufgaben auf der To do Liste zu erfüllen. Das Bedürfnis "perfekt" sein zu wollen, um anerkannt zu werden.
Den eigenen SelbstWERT dadurch zu definieren, wie man/frau an äußeren Maßstäben abschneidet. Dabei wäre jede Bemühung eines Menschen hin zu einem Ideal schon genug.
„Man soll den Menschen nicht danach beurteilen, was er ist, sondern danach, was er werden kann.“
J. W. von Goethe
Wie oft verlieren wir uns in einer Selbstkritik und wie viel Zeit verbringen wir damit, uns ein Ideal vorzustellen und den Weg dorthin, Schritt für Schritt, bewusst und überlegt, in einer Woche aufmerksam und beobachtend zu gehen?
Nun könnte jemand sagen: "Sissy, ist ja ok, ich kenne mein Ideal. Das sind 55 kg."
Was ein Ideal, im Sinne eines ganzheitlichen Entwicklungsweges des Menschen ist, das war für mich lange Zeit auch nicht so einfach zu verstehen. Bis ich auf ein Zitat von Rudolf Steiner gestoßen bin:
"...das Ideal muß aber sein, Egoist sein zu dürfen, weil die Weltinteressen die eigenen Interessen werden."
Wie anders würde die Welt aussehen, wenn wir so handeln und denken würden. Wie harmonisch würde sie zusammenspielen, wenn jeder sein Innerstes zum Ausdruck bringen kann und dadurch zu einer positiven Entwicklung der Welt beitragen kann.
Dann verstehen wir, dass es nicht um eine Bewertung geht, sondern um eine individuelle Bemühung hin zu einem Ideal.
Sein Bestes geben. Nicht das outcome messen. Das entsteht von Selbst.
So können wir diesen Gedanken auf ganz einfache Dinge herunterbrechen: Treppensteigen, Pilates und spazieren gehen, zum Beispiel.
Bewerte ich mich, wenn ich es nicht nach Plan schaffe? Bemühe ich mich darum, meinen Entscheidungen auch durch Taten gerecht zu werden?
Heute habe ich mich bemüht. Und ich habe aufgehört mich zu bewerten.
Mein Tag gin gut 5:30 Uhr los. Early Morning Yoga von 6-6:30 Uhr. Im Anschluss Frühstück etc - das Treppensteigen hatte ich geschwänzt. Konnte ich nicht einfach das Early Morning Yoga dafür einschieben?
Statt mich zu kritisieren habe ich gedacht: Weißt du was, ich gehe zu Fuß zu Oma. Und zack: 20 min spazieren gehen, erledigt. Die Luft hat mir gut getan. Aufatmen, loslassen.
Pilates um 20:30 Uhr nach Käsesahne Torte und Tiramisù? "Anche no", würden die Italiener sagen. "Auch nicht", bedeutet es wortwörtlich und so viel wie, da gibt es etwas Besseres. Und trotzdem habe ich zu mir gesagt: Komm Sissy, 5 Minuten Beckenboden und Bauchmuskeln schaffst du locker. Da war ich auch schon auf dem Teppich. Und die paar Übungen waren bald um. Fünf Minuten? Zehn Minuten? Who cares. Hauptsache etwas.
Darum habe ich mich bemüht.
Und die Pilates App? Die beginnt mich zu nerven. Nicht wegen der Übungen, sondern wegen dieser mechanischen Stimme und Leblosigkeit. Bei meiner App möchte ich Echtheit. Sich verändernde, lebendige Inhalte und Yogaeinheiten. Von Mensch zu Mensch.
Und morgen ist mein Tag so voll, dass ich die Yogaeinheit mit meiner Kollegin um 7:30 Uhr schweren Herzens streichen muss. Das holten wir dann am Wochenende beim Asanatraining nach.
Immer wenn du denkst, ich habe "nur" das geschafft, legst du einen externen Maßstab an. Die Frage dürfte viel mehr lauten: Hast du bei dem, was du heute gemacht hast, dein Bestes gegeben? Ist die Antwort ja, ist es genug. Mehr geht gar nicht.
Tag 11 (Donnerstag) -
Ich weiß ich bin etwas in Verzug mit dem Schreiben, aber es kommt. 😉
Ich habe schon alles aufgeschrieben, es hat es nur noch nicht auf die Website geschafft.
Liebe Grüße
Sissy
Lebensmitteltechnologin Mentorin für ganzheitliche Gesundheit Yogalehrerin nach dem “Neuen Yogawillen” Mutter von drei
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Wer schreibt hier?
Hi, ich bin Sissy
Ich helfe anderen Menschen sich wohl zu fühlen mit sich selbst. Dass sie nicht nur gesund leben, weil sie das Gefühl haben, dass sie es „müssen“ oder „sollten“. Ich helfe ihnen, einen Weg zu finden sich selbst zu entfalten, sich selbst zu entwickeln. Das eigene Leben zu gestalten.