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Bewusstes Leben: Konsum oder Kreation?

Lesezeit: 6 Minuten
Inhaltsverzeichnis

Eigentlich wollte ich dir heute eine Buchempfehlung geben. Nur eine harmlose Buchempfehlung für lange Herbstabende oder laue Sommernächte. Aber dabei ist es dann nicht geblieben.

Ich muss gestehen: Ich liebe Ben. Und Todd. Für alle, die das nicht verstehen — das sind Romanfiguren von Julie Caplin, die ihre Bücher treffenderweise "Romantic Escape" nennt. "Ein Café in Kopenhagen", "Die kleine Bäckerei in Brooklyn"— viel Romantik, wenig Drama. Eine Flucht aus dem Alltag - und nicht wirklich etwas, das ideal ist für die persönliche Entwicklung.

Das weiß ich mittlerweile.
Romane, Krimis, TV-Shows, Filme - sind Dinge, die unser Bewusstsein beschäftigen und aber letztendlich davon abhalten, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Aus diesem Grund gehört es für mich mittlerweile zur Selbstdisziplin, diese Konsumgüter einzuschränken.

Romane sind wie Süßigkeiten. Sind sie erstmal im Haus, dann rufen sie und geben erst Ruhe, wenn sie zu Ende gelesen (oder gegessen) sind.


Warum Konsum uns nicht wirklich weiterbringt

Vor meiner Yogaausbildung wäre mir nie in den Sinn gekommen, dass ein Roman lesen eine konsumorientierte Handlung ist. Eine Welt voller Gefühle, in der man sich kurz verlieren kann. Es mag vielleicht eine Art Genugtuung bringen, doch es bringt uns nicht näher zu uns selbst, es führt uns in unserer Entwicklung nicht weiter.

Konsum führt uns nicht ein Stück weiter zu uns selbst.

Er ist wie eine Täuschung für unser Wohlbefinden. Etwas zu konsumieren, egal ob es ein Roman ist, ein Film, Shopping, Social Media - das bringt uns für einen kurzen Moment Glücksgefühle. Einen kleinen Rausch - ein Gefühl von: Ich mag noch mehr! Ich will damit nicht aufhören! Man nehme nur den Begriff "Shoppingfieber". Als ob der Verstand sich für einen Moment ausschalten würde.

Das sage ich aus eigener Erfahrung. Ich liebe meine Zeit am Morgen, die Stunde bevor das Frühstück losgeht. Zeit für mich, Zeit zum Lesen (keine Romane, sondern Texte von Heinz Grill oder Rudolf Steiner), Zeit für Yoga. Das ist mein bewusstes Leben in der Praxis.
Rational weiß ich: Dafür muss ich spätestens um 22 Uhr das Licht ausschalten.
Doch dann bin ich im Lesefieber. Noch ein Kapitel. Noch eines. Das ist das letzte. Um dann - natürlich - noch eines zu lesen. Bis es irgendwann Mitternacht oder sogar 2 Uhr morgens ist.

Das nenne ich puren Konsum. Mehr als mir lieb ist.
Konsum ist bequem. Er stellt nicht wirklich hohe Anforderungen an unser Denken oder unseren Willen.

Der Unterschied zu früher: Ich beobachte es jetzt. Und ich schränke es bewusst ein — weil ich weiß, dass es mir nicht gut tut. Nicht als Strafe. Als Entscheidung
Ganz konkret bedeutet das:

  • Fernsehen max. einmal pro Woche, am Wochenende
  • Romane lesen, max. einmal im Monat (in 2 Tagen ist er sowieso durch)

Warum diese Einschränkung? Nicht weil Romane oder Serien böse wären. Sondern weil ich bemerkt habe, dass Konsum eine stille Gewohnheit ist. Er schleicht sich ein. Und plötzlich ist der Abend weg, der Morgen verschlafen — und das Gefühl, das bleibt, ist selten Erfüllung.

Es ist eher: Naja. Und wirft gleich die nächste Frage auf:


Was nährt wirklich? Was baut den Menschen wirklich auf?

Denn wir alle kennen das Gefühl, nach einem langen Tag erschöpft auf dem Sofa zu landen und zu denken: Ich brauche jetzt Erholung. Und dann landet man zwei Stunden später beim fünften YouTube-Video oder dritten Serienfolge — und fühlt sich irgendwie noch leerer als vorher.

Erholung ist es nicht. Es ist Betäubung.

Echte Erholung — das, was den Menschen wirklich aufbaut — hat eine andere Qualität. Sie ist stiller. Weniger bunt. Sie verlangt etwas von uns. Einen kleinen Mut. Eine Entscheidung. Das merke ich oft beim Yoga.

Es ist mitten am Nachmittag, ich habe gerade die Hausaufgabenhilfe der Kinder hinter mir, wo gefühlt alle drei gleichzeitig etwas von mir brauchen. Ich bin müde und würde mich gerne aufs Sofa setzen. Zu meiner Yogastunde zu gehen? Keine Lust. Aber ich bin schließlich die Lehrerin, also muss ich. Dann passiert etwas.

Was passiert, wenn man sich trotzdem aufrafft

Der erste Schritt ist die Entscheidung.
Nicht die Motivation. Nicht das Gefühl.

Das beobachte ich auch bei meinen Teilnehmern. Sie kommen rein, legen die Matte aus — und sagen manchmal genau das, was ich selbst gedacht habe: "Eigentlich hatte ich keine Lust. Ich bin müde. Aber ich habe mich aufgerafft. Weil ich weiß, dass es mir danach besser geht." 

Und genauso ist es.
Wir liegen nicht auf der Decke. Wir formen unseren Körper, führen ihn, beobachten, halten Spannungen aus, formen weiter. Es ist ein aktives Arbeiten mit dem eigenen Körper.

Am Ende der Stunde könnte der Tag nochmals beginnen.

Diese Lebensenergie, die uns zuströmt - sie ist das Gegenteil von dem Naja, das nach zwei Stunden Netflix bleibt.
Nach dem Yoga spüren wir diese Kraft, dem Leben und seinen Anforderungen entgegenzutreten. Ruhig dem Leben gegenüberzustehen und gleichzeitig hochaktiv.

Der Mensch ist in einen Aufbau gekommen.

Wenn du diese Lebensenergie selbst erleben möchtest — und zwar bevor der Tag überhaupt richtig begonnen hat — dann komm zu meinem Early Morning Yoga. Jeden Mittwoch, online, von 6:00 bis 6:30 Uhr. Dreißig Minuten, die den Unterschied machen. Nicht irgendwann. Sondern bevor die Kinder aufwachen, bevor das Handy klingelt, bevor der Alltag ruft.
Kannst du den Mittwoch nicht? Die Aufzeichnungen sind eigens dafür gemacht — und du machst es dann, wann es für dich passt.
Schreib mir gerne und reserviere deine Probestunde.


Kreation statt Konsum

Der Ausweg aus dem Konsummodus beginnt in dem Moment, in dem wir anfangen zu kreieren. Etwas tun, um der Sache willen und nicht um primär einen Nutzen daraus zu ziehen.
Malen, um zu malen. Freude an den Farben zu haben. Zu beobachten, wie sie verfließen, wie durch meine Aktivität etwas entsteht.
Kochen, um zu kochen. Das Essen zu gestalten. Lebensmittel auf eine höhere Stufe zu bringen. Formen und Farben zu kreieren und zu gestalten. Mit dem Ergebnis, dass wir das Geschaffene sogar essen und uns daran erfreuen können.

Der Nutzen wird zweitrangig.

Im Kreieren geben wir wie ein Stück von uns her und bemühen uns um eine Sache.
Manchmal sind wir dazu aufgefordert, unserer Komfortzone zu verlassen und wissen nicht genau, was uns erwartet, was entsteht, worauf wir zugehen.

Im Unterschied zum Konsum ist die Freude, die entsteht subtil empfindsam. Kein Rausch, kein Fieber. Mehr ein sich Ruhen, wahre Kraft und Stärke, wahre Gelassenheit, wahre Lebenskraft.

Heinz Grill hat es folgendermaßen formuliert:

"...wenn sich der einzelne Mensch bewusst wird, dass nicht dasjenige zählt, was er gewinnt und konsumiert, sondern nur dasjenige, was er geben und in die Gestaltung führen kann, und dasjenige, was für die Mitmenschen, für die Natur, für eine Sache, für einen Aufbau und für eine solide Angelegenheit geleistet wird."

Heinz Grill
aus dem Buch „Ernährung und die gebende Kraft des Menschen: Die geistige Bedeutung der Nahrung“, Seite 179

Bewusstes Leben: Die Frage, die alles verändert

Trägt das, was ich tue, dazu bei, dass die Welt ein kleines Stück besser oder schöner wird?

In dem Moment misst du nicht von dir selbst ausgehend, sondern stellst dein Handeln in einen größeren Zusammenhang. Das ist der Unterschied zwischen einem Leben, das konsumiert — und einem, das gestaltet.

Das bedeutet nicht Perfektion. Es bedeutet Aufmerksamkeit — für das, was du tust, warum du es tust, und wohin es dich führt. In einer wohlwollenden Haltung dir selbst gegenüber.

Soll ich also Julie Caplin von meiner Couch verbannen? Das mache ich nicht. Aber ich mache nicht nur das. Und ich mache es nicht jeden Tag. Ich gebe mich bewusst diesem Konsum einer Romantic Escape hin, lache und liebe mit den Hauptdarstellern, suche aber gleichzeitig Möglichkeiten mich weiterzuentwickeln, um freier und freudvoller in dieser Welt wirken zu können.

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Liebe Grüße
Sissy
Lebensmitteltechnologin
Mentorin für ganzheitliche Gesundheit
Yogalehrerin nach dem “Neuen Yogawillen”
Mutter von drei
sissy pfeifer lächelnd mit einem strauss petersilie in der hand
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